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Die dunkle Seite

Jedes Mitglied einer größeren Allianz oder Koalition kennt die Situation oder kann sie sich so oder ähnlich vorstellen:

Das System ist voll, eine verfeindete Flotte fliegt im System umher. Man versucht sie auszumanövrieren, doch irgendwie kleben sie einem immer am Hintern und scheinen zu erahnen, was man plant. Die Fittings scheinen abgestimmt zu sein, der Operationsplan offengelegt.
Im Endeffekt zieht man sich in eine POS zurück um die Situation neu zu überdenken. Ein Cyno geht auf, ein Titan erscheint, der Bildschirm wird schwarz. Der erste Gedanke ist selbstverständlich “Puh, zum Glück bin ich in Sicherheit.”, der zweite ist “FUCK! Die hatten unser Forcefield-Passwort.”
Die, die überlebt haben, beschließen ins Heimatsystem zurückzufliegen und sich auszuruhen. Man trommelt alle zusammen, scoutet das eine Gate und warpt. Kaum kommt man an, erscheint die feindliche Flotte. Man springt durch das Gate und findet sich gebubbelt wieder. MWD an, wegalignen, warpen. Alles, was getackelt ist, versucht sich zu wehren: Primaries und Secondaries werden gecalled. Der Targetcaller wird selbst zum Primary und versucht zu entkommen, ein anderer übernimmt. Die Situation wiederholt sich. Alle eigenen Ziele warpen sofort nach dem Callen raus.
Einige wenige schaffen es inklusive Schiff oder wenigstens im POD nach Hause.
Man öffnet den Hangar und will sich ein neues Schiff zusammenbasteln… doch… irgendwie sind alle Hangars leer.
Man logged sich panisch im TS ein um den Diebstahl zu melden, aber irgendwie stürzt es alle paar Minuten ab. In der Lobby sind plötzlich Hunderte User…

Spionage, ein weiterer Aspekt, der unser EVE-Leben an allen Ecken und Enden beeinflußt.
Die Frage ist wo die Grenzen sind…

Ist es generell OK, sich dem so genannten “Social Engineering” hinzugeben? Wie weit darf man Ingame und auch Out of Game gehen?
Es gibt schließlich noch mehr Möglichkeiten, den Gegner zu schädigen: POS offlinen, Warp-To’s geben, Caps/Supercaps bumpen und tacklen. Doch wann geht der Schaden zu weit? Sind Diebstahl und Informationsbeschaffung auf dem gleichen Level?
Dass BoB ingame alle ihnen von CCP gegebenen Möglichkeiten ausnutzt, ist bekannt. Auch vom typischen Spying wird tagtäglich Gebrauch gemacht. Doch es gibt Limits – No-Go’s, die dem Spielspaß schnell ein Ende bereiten können.
Verliert man eine Fleet oder selbst ein Supercapital, kann eine Corp oder Allianz sich wieder davon erholen. Verliert man infolgedessen eine Station oder ein Gebiet, geht der Schaden noch lange nicht an die Substanz. Man kann umziehen und sich ein neues Zuhause suchen.
Diebstahl allerdings geht viel zu weit. Nimmt man einer Corp die Lebensgrundlage, hat man eindeutig eine Linie überschritten.
Dass Hacking außer Frage steht, ist klar, das gilt sowohl für Foren, Account, als auch TS oder sonstwas.

Doch wie ist es mit der “klassischen” Spionage?
Einen Char irgendwo joinen lassen um Forenbeiträge zu kopieren, das TS beim “FCn” in Live mitlaufen zu lassen oder aufzunehmen, POS- und Jumpbridge-Locations weiterzugeben, POS-Passwörter zu ergattern, Flottenbewegungen weiterzuleiten, Ops anzukündigen…

Jeder muss selber für sich entscheiden, wie er dies findet und einordnet. Manchen würden sich dabei die Haare sträuben, andere finden es in einem Spiel übertrieben. Im Endeffekt aber sind es legale Mittel, die dem Spiel einen ganz eigenen Zusatzreiz verleihen und noch einmal veranschaulichen, wie tiefgehend eigentlich EVE ist.

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